Projekte Afrika | WASSER FÜR WASSER (WfW)
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WASSERVERSORGUNG IN GONDWE

In Gondwe hat WfW eine Anschubfinanzierung für eine professionelle, nachhaltige Wasserversorgung getätigt. Das Ziel ist es, mit Haushaltsanschlüssen das Wasser so nah wie möglich an alle 8’600 Bewohner*innen des Quartiers zu bringen, sodass sauberes Wasser fliesst und die Menschen ein sicheres Leben in Würde führen können.


AUSGANGSLAGE: STADTTEIL GONDWE

Gondwe ist ein peri-urbaner Stadtteil im Süden der sambischen Hauptstadt Lusaka und hat 8’600 Bewohner*innen. Es ist neben John Laing, Kanyama, Linda und Msisi das fünfte Quartier von Lusaka, in dem WfW tätig ist. Gesamthaft werden so in Lusaka über 100'000 Personen einen sicheren Zugang zu sauberem Wasser erhalten.

Wf W Info Grafik Sambia Karte Lusaka 2022 DE Gondwe

8’600 Bewohner*innen

CHF 60 pro Monat beträgt ein durchschnittliches Haushaltseinkommen

über 30 Minuten benötigt die Mehrheit der Bewohner*innen für die Beschaffung von Wasser


Gondwe ist ein strukturell benachteiligtes Viertel, welches nach sozio-ökonomischen Faktoren als einkommensschwaches Quartier beurteilt wird und bis anhin nicht ans städtische Wasserleitungsnetz angeschlossen ist. Wasser wird deshalb oft über unsichere Bohrlöcher bezogen, was erhebliche gesundheitliche Risiken mit sich bringt sowie teuer ist und keine ständige Verfügbarkeit garantiert. Zusätzlich ist mit der täglichen Wasserbeschaffung ein grosser Zeitaufwand verbunden, der die Entfaltungsmöglichkeiten – vornehmlich von Frauen und Mädchen – signifikant einschränkt.

Aus Perspektive von WfW hat der peri-urbane Stadtteil Gondwe eine überschaubare Grösse, wobei wir eine flächendeckende Wirkung erzeugen können. Zusätzlich gibt es seit Anfang an seitens der Bewohner*innen von Gondwe eine starke Nachfrage nach einem professionellen Wasserversorgungssystem, was die Zusammenarbeit zwischen WfW und der Bevölkerung begünstigt und eine wichtige Grundlage für eine erfolgreiche Projektumsetzung ist.

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WIRKUNG: SELBSTTRAGENDES SYSTEM

1

Trinkwasser mit hoher Qualität und in ausreichender Qualität direkt zu 550 Haushalten


2

soziales Finanzierungsmodell und professionelles Management für das gesamte Quartier


3

flächendeckende Wirkung: Gesundheit und Entfaltungsmöglichkeiten verbessern


NACHHALTIGES WASSERVERSORGUNGSSYSTEM

Wir suchen für jeden Stadtteil, in dem wir arbeiten, faire und nachhaltige Lösungen für die Wasserversorgung. Denn das Menschenrecht auf ausreichendes, sicheres, physisch zugängliches und erschwingliches Wasser beruht auf der Überzeugung, dass Wasser ein Gemeingut ist, das unabhängig von den finanziellen Möglichkeiten für alle verfügbar sein muss.

Bedürfnisse der Bewohner*innen im Zentrum

Die Ansätze für den Aufbau der Wasserversorgung in einem bestimmten Quartier stützen sich immer in erster Linie auf die Bedürfnisse der Bewohner*innen, auf die bestehenden lokalen Möglichkeiten und werden mit lokalen Institutionen umgesetzt.

Angepasste Lösungsansätze

Bei der Gestaltung dieser Lösungsansätze lassen wir zudem unsere über die Jahre gesammelten Erfahrungen und unser angeeignetes Wissen bezüglich Technologien, Finanzierungsmechanismen, Materialien und Management von nachhaltigen Wasserversorgungssystemen einfliessen.

Sauberes Wasser bis ans Haus

Die gewählte Herangehensweise für Gondwe hat das Ziel, das Wasser in Trinkwasserqualität und zu jeder Zeit verfügbar bis ans Haus der Bewohner*innen zu führen. Das Management der Wasserversorgung soll ins komplexe städtische Versorgungssystem integriert und für bestehende sowie sich verändernde Bevölkerungs- und Wohnstrukturen passend sein. Zudem erfolgt die Steuerung und Überwachung des Systems dank intelligenter Software und Sensoren in Echtzeit.


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Bauarbeiten am Aushub für das Wasserleitungsnetz in Gondwe, Lusaka, 2021


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Chilufya Mabenga beim Aushub für das Wasserleitungsnetz in Gondwe, Lusaka, 2021


Anschubfinanzierung für ein nachhaltiges System

Die von WfW getätigte Anschubfinanzierung für die professionelle Wasserversorgung in Gondwe hat zum Ziel, ein langfristiges Finanzierungsmodell zu etablieren, unter dem das Versorgungssystem selbsttragend ist. Dazu arbeiten wir mit inklusiven Finanzierungsmodellen und einer Integration in die professionelle städtische Wasserversorgung.

Inklusives Finanzierungsmodell

Ziel ist es, allen Konsument*innen von Gondwe den Zugang zu Haushaltsanschlüssen und die Deckung der laufenden Kosten für die Grundversorgung mit Wasser zu ermöglichen. Dafür braucht es nicht nur eine Anschubfinanzierung für die baulichen Massnahmen des Versorgungsnetzes, sondern auch ein soziales Zahlungsmodell für die Anschaffung des Haushaltsanschlusses kombiniert mit einer subventionierten Wasserpreissetzung.


SCHRITT FÜR SCHRITT

Durch die professionelle Wasserversorgung werden das Infektionsrisiko von wasserbürtigen Krankheiten reduziert und der Zeitaufwand für die Wasserbeschaffung verringert. Somit wird Potential für mögliche Ausbildungen oder wirtschaftliche Tätigkeiten für die Menschen in Gondwe frei.

Folgende Komponenten sind notwendig, um den 8‘600 Einwohner*innen von Gondwe eine selbsttragende, qualitativ hochwertige und sicher verwaltete Wasserversorgung zu bieten:

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Lior und Morris Etter im Austausch mit lokalen Behörden und Partnern in Lusaka, Sambia.

ANALYSE DER AUSGANGSLAGE

Eine ausführliche Situations- und Bedürfnisanalyse wurde durchgeführt, wobei neben der Erhebung von sozio-ökonomischen Daten auch eine Machbarkeitsstudie für die geplante Infrastruktur durchgeführt wurde. Dieses Wissen dient als Grundlage, um mit der Entwicklung verbesserter Systeme zu beginnen.

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BOHRLOCH UND WASSERTANK

Die Einrichtung eines kommerziellen Bohrlochs, welches mit einer mit Hybrid-Solarstrom betriebenen Pumpe ausgestattet ist, und eines 75 m3 Wassertank aus Stahl, welcher auf einem Wasserturm platziert wird, sind die ersten baulichen Massnahmen für die Erstellung einer nachhaltigen Wasserinfrastruktur.

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WASSERNETZWERK

20 Bauarbeiter*innen aus Gondwe führen die Aushebungen für die Verlegung eines 10,5 km langen Wasserverteilsnetzes durch. Die Leitungen transportieren das Wasser vom Tank zu den Anwohner*innen. Viele der am Bau beteiligten Facharbeiter der Wasserversorgung haben das durch WfW finanzierte Berufsbildungsprogramm für Sanitärwesen am LVTC absolviert.

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AUSTAUSCH MIT BEVÖLKERUNG

Eine starke Involvierung der Quartiervereinigung hat die Umsetzung der Massnahmen ergänzt, wobei Treffen mit allen Interessenvertreter*innen, Tür-zu-Tür-Kampagnen und Sensibilisierungsmassnahmen im Vordergrund standen. So wurde die Bevölkerung über die Pläne informiert und die Haushalte konnten sich verbindlich für einen Anschluss einschreiben.

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KUND*INNENZENTRUM

Errichtung eines temporären, lokalen Kund*innencenters der LWSC zur Betreuung der Wasserversorgungsinfrastruktur. Ein Ort, wo sich die Kund*innen während der Umsetzungsphase der Massnahmen informieren und ihre Rechnungen bezahlen können.

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HAUSHALTSANSCHLÜSSE

550 neue Haushalte werden mit Haushaltsanschlüssen an das neue Wasserversorgungsnetz angeschlossen. Jeder Haushaltsanschluss wird mit einem Wasserzähler versehen, bei dem der monatliche Wasserverbrauch abgelesen und in Rechnung gestellt wird. Die Wasserzähler sind ein wichtiges Instrument, um Kostentransparenz und faire Preise zu garantieren.

ZUSAMMENARBEIT MIT STAKEHOLDERN

Aufgrund bisheriger Erfahrungen wissen wir, dass der Aufbau eines nachhaltigen Wasserversorgungsnetzes Zeit, regelmässiges Monitoring und einen engen Austausch mit der lokalen Bevölkerung benötigt. WfW ist mit einem lokalen Büro in Sambia vertreten und unsere Mitarbeiterin Tumba Mupango besucht Gondwe regelmässig, um eine langfristige Evaluation zu gewährleisten. Falls notwendig, können gemeinsam mit unseren Partner*innen zeitnahe Massnahmen ergriffen werden. Deshalb haben die Entwicklung und der Aufbau dieses Wasserversorgungssystems in enger Zusammenarbeit den wichtigsten Stakeholdern in Gondwe stattgefunden.

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Luke Mwanza, Quartiervorsitzender von Gondwe und Peter, Teil der Quartiervereinigung


Quartiervereinigung Gondwe

Die Zusammenarbeit mit der Zivilbevölkerung ist der Schüssel zum Erfolg. Die aktive Teilnahme und Mitsprache durch die sogenannten «Project Task Teams» gehen von der initialen Planungsphase bis zur Realisierung.


Lwsc

Lusaka Water Supply & Sanitation Company (LWSC)

Die Wasserversorgungsgesellschaft der Provinz Lusaka LWSC ist mit dem amtlichen Mandat für die Wasserver- und Abwasserentsorgung beauftragt. In Gondwe ist LWSC von der Planungsphase bis zur Umsetzung wirkend und darüber hinaus für den langfristigen Unterhalt der Infrastruktur zuständig.


Wsup

Water & Sanitation for the Urban Poor (WSUP)

WSUP ist eine britische Multisektoren-Organisation mit lokalen Büros in Sambia und weiteren afrikanischen Ländern. In Gondwe übernimmt WSUP die Koordination aller Massnahmen.


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WEITERSTÖBERN

Bauarbeiten John Laing. WASSER FÜR WASSER (WfW).

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Wie WfW den Wasserzugang in Sambia und Mosambik ermöglicht.
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Luke bei der Arbeit. WASSER FÜR WASSER (WfW).

WfW DOCUMENTARY

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