Wasserkiosk in Msisi. WASSER FÜR WASSER (WfW).

WASSER UND GENDER

Das weltweite Phänomen der Geschlechterungleichheit zeigt sich am Beispiel der Wasserversorgung. Dies beeinflusst den Entwicklungsprozess ganzer Gesellschaften grundlegend.


Wasser spielt im Lebensverlauf von Frauen eine entscheidende Rolle: Vom Gebären ohne ausreichende Wasserversorgung über die eingeschränkte Teilnahme am Schulunterricht, bis hin zu stundenlangen Aufwänden für die Wasserbeschaffung. Letztere bedeuten, dass Frauen und Mädchen über weniger Zeit verfügen, um Bildungsangebote und entlohnte Arbeitsmöglichkeiten wahrzunehmen. Diese Chancenungleichheit widerspricht nicht nur den Zielen für nachhaltige Entwicklung der UNO, sondern wirkt sich wesentlich auf die sozialwirtschaftliche Entwicklung der jeweiligen Gesellschaft aus.


Weltweit verbringen Frauen und Mädchen am Tag 200 Millionen Stunden mit der Beschaffung von Wasser.

In Subsahara Afrika sind es täglich 16 Millionen Stunden, wohingegen Männer 6 Millionen Stunden mit dieser Aufgabe verbringen.

4 Millionen Stunden entfallen auf Kinder.


Trinkbecher am Wasserkiosk. WASSER FÜR WASSER (WfW).

WASSERBESCHAFFUNG

In Subsahara Afrika entfallen wasserspezifische Aufgaben, die die Verwendung von Wasser voraussetzen ebenso wie seine Beschaffung durchschnittlich zu 71% auf Frauen, in einigen Ländern sind es bis zu 90%.

Transport eines Wasserkanisters. WASSER FÜR WASSER (WfW).

GEWALT AN FRAUEN

Frauen und Mädchen sind oft Gefahren wie Gewalterfahrungen, sexuellen Übergriffen und Vergewaltigung ausgesetzt. Weite Strecken zur Beschaffung von Wasser und die fehlende Verfügbarkeit von getrennten oder gesicherten sanitären Anlagen erhöhen dieses Risiko.

Alte Sanitäre Anlage, Sambia. WASSER FÜR WASSER (WfW).

MANGELNDE HYGIENE

Fehlende Privatsphäre und unhygienische Anlagen führen dazu, dass Frauen und Mädchen öffentliche Toiletten meiden. Deshalb bleiben viele insbesondere während ihrer Menstruation dem Schulunterricht fern oder werden gar ganz daraus ausgeschlossen.

Eine mangelhafte Versorgung mit Trinkwasser und sanitären Anlagen führt für Frauen und Mädchen zu diversen Problemen. Weite Strecken zur Beschaffung von Wasser und die fehlende Verfügbarkeit von getrennten oder hygienischen Sanitäranlagen erhöhen das Risiko von Gewalterfahrungen oder sexuellen Übergriffen. Fehlende Privatsphäre und unhygienische Anlagen führen dazu, dass Frauen und Mädchen öffentliche Toiletten meiden. Daraus resultiert, dass sie insbesondere während ihrer Menstruation dem Schulunterricht fernbleiben oder gar ganz daraus ausgeschlossen werden.


Aufgrund von eingeschränktem Zugang zu sanitären Anlagen gehen in Afrika 10-20% aller jungen Frauen nicht zur Schule.


Gender

Geschlechterungleichheit tritt nicht nur in ärmeren, sondern auch in wohlhabenderen Gesellschaften auf. Beispielsweise haben Frauen in der Schweiz einen rund 12% tieferen Lohn als Männer, selbst wenn sie über den gleichen Bildungsstand verfügen und ähnlich relevante Arbeitserfahrung vorweisen.

Für eine effiziente Entwicklungszusammenarbeit ist die Beteiligung von Frauen sehr wertvoll und einflussreich. Beispielsweise sind sie eher dazu bereit, ihre Ersparnisse in Bildung, Nahrung und Gesundheit zu investieren. Auch in Bezug auf Wasser sind ihre Erfahrungen im Umgang und ihre Perspektiven auf Fragen der Verteilung von grosser Relevanz. Dennoch sind es oft ausschliesslich Männer, die hierbei zu Rate gezogen werden. Frauen sowie die Wichtigkeit von Wasser in ihrem Alltag sind daher für jegliche Bemühungen um eine flächendeckende und nachhaltige Wasserversorgung von grossem Wert.


Die Effizienz von Wasserprojekten ist bis zu sieben Mal höher, wenn Frauen involviert sind.


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