NEWS | WASSER FÜR WASSER (WfW)
Unza

ZUSAMMENARBEIT MIT UNIVERSITÄT

In Sambia kollaboriert WfW zum ersten Mal mit einer Universität. Im Rahmen der Zusammenarbeit mit der University of Zambia (UNZA) führen wir akademische und praktische Projekte zusammen und ermitteln dabei die grössten Defizite und Verbesserungsmöglichkeiten im WASH-Bereich (Wasser, Sanitärversorgung, Hygiene) sozialer Einrichtungen urbaner und peri-urbaner Gebiete in Lusaka.

13. September 2022


Wir bei WfW beschäftigen uns täglich mit dem Thema Wasser, ob in Sambia, in Mosambik oder in der Schweiz. Nun, da das Wasser wieder in Trinkwasserqualität aus den Hähnen aller Luzerner Haushaltungen, Büros und Praxen fliesst, möchten wir auf einige Punkte hinweisen.

202209 UNZA

Eine funktionierende Trinkwasserversorgung ist keine Selbstverständlichkeit

Das wichtigste vorab: Eine funktionierende Trinkwasserversorgung ist aus einer globalen Perspektive keine Selbstverständlichkeit. Weltweit leben über 780 Millionen Menschen ohne sicheren Zugang zu sauberem Trinkwasser. Diese Menschen müssen lange Distanzen oder Wartezeiten auf sich nehmen, um an Trinkwasser zu kommen. Hinzu kommen Risiken der Wasserqualität oder -quantität. Unter Umständen stammt das Wasser aus einer unsicheren Quelle, ist verschmutzt, nur in geringen Mengen vorhanden oder teuer. Der grösste Teil dieser 780 Millionen Menschen lebt im südlichen Afrika und im südlichen Asien. Das Problem in diesen Regionen muss nicht einmal mit einer grundsätzlichen Knappheit der Ressource Wasser zu tun haben. In Sambia, zum Beispiel, einem der wasserreichsten Länder Afrikas, gäbe es genügend natürliche Ressourcen zur Deckung des Trinkwasserbedarfs. Diese sind jedoch oft nicht erschlossen. Wasserzugang ist aber die Grundvoraussetzung für ein gesundes Leben.


Was für die rund 3’000 Menschen in Luzern eine temporäre Unannehmlichkeit war, bedeutet für viele Menschen tägliche Realität.


Kenneth

«Es motiviert mich, dass mein Forschungsthema dazu beitragen wird, das Leben vieler Menschen in meinem Land, auf dem Kontinent und in der ganzen Welt zu verbessern, um die Folgen von verunreinigtem Wasser, sanitären Einrichtungen und Hygiene (WASH), die für Kinder tödlich sein können, zu verringern.»

Kenneth Nkandu

Elizabeth ermittelt in ihrem Forschungsprojekt die WASH-Situation in städtischen und peri-urbanen Gesundheitseinrichtungen Lusakas. Benjamin bewertet die Zugänglichkeit von WASH-Einrichtungen in ausgewählten Schulen Lusakas für von Behinderungen betroffenen Schüler*innen und erarbeitet konkrete Vorschläge für integrative WASH-Einrichtungen in Schulen. Kenneth schliesslich untersucht, wie sich WASH-Dienste in Schulen auf die Anwesenheit, die Abbrecherquote und die Einschulung von Schüler*innen in ausgewählten Schulen Lusakas auswirken. WfW ist überzeugt, dass die Unterstützung dieser drei wertvollen Projekte eine Win-Win-Situation darstellt: Die Studierenden profitieren von Förderverträgen und Unterstützung von Expert*innen im WASH-Bereich, die Uni profitiert von unserem praktischen Wissen und wir von WfW können die Forschungsresultate wiederum in unsere Arbeit einfliessen lassen.

Wir freuen uns, die laufenden Forschungsprojekte weiter zu unterstützen und – fast noch wichtiger – auf die Forschungsergebnisse der drei Studierenden, die im Verlaufe des Dezembers 2022 zu erwarten sind. Wir sind überzeugt, dass die Resultate sehr wertvoll sein werden und nicht nur dazu beitragen, WfW-Projekte voranzutreiben, sondern sich auch positiv auf das Ziel unserer Arbeit auswirken: den allgemeinen Zugang zu sicheren und gerechten WASH-Diensten zu gewährleisten, um die Gesundheit und das Wohlbefinden der Menschen zu verbessern.


Weiterstöbern

Kontrollen funktionieren, Massnahmen werden getroffen

Heute ist das Luzerner Trinkwassernetz rund 350 Kilometer lang und speist sich aus Quell-, See- und Grundwasser. Um die höchste Sauberkeit des Wassers sicherzustellen, beschäftigen sich Wasserversorgerinnen wie die ewl in Luzern vor allem im Bereich der technologischen und nachhaltigen Weiterentwicklungen der Wasseraufbereitung. Dass die modernsten Wasseraufbereitungsanlagen nicht vor einer möglichen Wasserverschmutzung schützen, hat der Fall in Luzern gezeigt. Er hat auch gezeigt, wie schwierig es ist, herauszufinden, wo genau und wie das verschmutzte Wasser ins Trinkwassernetz gelangen konnte. Mitte August 2022 scheint es ein wahrscheinliches Szenario, dass die Ursache der Verschmutzung für immer ungeklärt bleiben wird. Immerhin gelang es dank täglich 500 analysierten Wasserproben den Ursprung der Verschmutzung innerhalb von zehn Tagen auf 25 Häuser einzugrenzen. Irgendwo in dieser Strasse, die vorübergehend mit einem provisorischen Wasseranschluss wieder über sauberes Wasser verfügt, musste die Verschmutzung ins Wassernetz gelangt sein. Das verdeutlicht, wie komplex eine über Jahrzehnte gewachsene, professionelle Wasserversorgung ist, die sich stetig weiterentwickelt. Dabei lässt sich festhalten: Leitungswasser in der Schweiz ist ein sicheres, gut kontrolliertes Gut.


Trinkwasserkontrollen funktionieren und bei Problemen werden die nötigen Massnahmen ergriffen.


Lusaka, Sambia. WASSER FÜR WASSER (WfW).

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GLOBALE LAGE

Weltweit haben 785 Mio. Menschen keinen Zugang zu einer Grundversorgung mit Trinkwasser.