Maputo, Moçambique. WASSER FÜR WASSER (WfW).
Maputo, Moçambique

MOÇAMBIQUE

Seit 2018 setzt WfW in Zusammenarbeit mit lokalen Partnerorganisationen Sanitär- und Siedlungshygiene-Projekte in Moçambiques Hauptstadt Maputo um. Sanitäre Anlagen, Trinkwasserzugänge und Hygieneschulungen dienen der ganzheitlichen Verbesserung der WASH-Situation.


LÄNDERPORTRÄT

Geschichte

Moçambique zählt zu den ärmsten Ländern der Welt. Nach der langen Kolonialgeschichte und der Unabhängigkeit von Portugal 1975 verhinderten insbesondere der Bürgerkrieg von 1977 bis 1992, Naturkatastrophen und die ab den 1990er-Jahren bis heute hohe HIV/Aids-Rate eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung.

Gesellschaftliche Entwicklung

Obwohl das Land seither zu den sich am schnellsten entwickelnden Volkswirtschaften des ganzen Kontinents gehört, sind Armut und Ungleichheit immer noch weit verbreitet: Gemessen am Human Development Index (HDI) und dem Pro-Kopf-Einkommen gehört Moçambique zu den 10 ärmsten Ländern der Welt. Rund die Hälfte der Bevölkerung lebt unter der Armutsgrenze von USD 1.90.

Moçambique hat eine der höchsten Geburtenraten der Welt, jedoch auch eine tiefe durchschnittliche Lebenserwartung von rund 58 Jahren. Dies ist unter anderem auf das Auftreten wasserbürtiger Krankheiten zurückzuführen.

Urbanisierung

Wie in Sambia zählen auch Moçambiques Bevölkerungswachstums- und Urbanisierungsraten zu den höchsten weltweit. So hat sich die urbane Bevölkerung des Landes seit 1990 auf 8 Mio. verdreifacht. In den nächsten 20 Jahren wird sie voraussichtlich auf 24 Mio. ansteigen.

Wasser- und Sanitärsituation

Rund die Hälfte der Bevölkerung von Moçambique hat Zugang zu sauberem Wasser. Nur gerade 21 Prozent hat Zugang zu adäquaten Sanitäranlagen. Es wird geschätzt, dass diese Sanitärsituation die Regierung aufgrund von vorzeitigen Todesfällen, Arztkosten und Produktivitätsverlusten jedes Jahr über 4 Milliarden Meticais - rund 70 Mio. Franken - kostet.


Schweiz und Mosambik. WASSER FÜR WASSER (WfW).

Einwohnerzahl
28.8 Millionen

Lebenserwartung
58 Jahre

Human Development Index (HDI)
Rang 180 (Total 189)

WASH-Situation
50% ohne Zugang zu sauberem Wasser
80% ohne Zugang zu Sanitäranlagen

Urbanisierungsrate
3.8%


Bairros, Maputo, Mosambik. WASSER FÜR WASSER (WfW).
Maputo, Moçambique / Lior Etter, WfW

BAIRROS

Durch schnelle Zuwanderung in Städte entstehen Quartiere mit hohem Dichtestress, in Moçambique nennt man sie Bairros. Diese sind durch mangelhafte Infrastruktur, hohe Armut, unterentwickeltes Gesundheits- und Bildungswesen sowie informelle Wirtschaft charakterisiert. Auch Infrastruktur für Trinkwasser, Abwasser, sanitäre Grundversorgung und Entwässerung ist kaum vorhanden.

Unzureichende Abwasserversorgung, Mosambik. WASSER FÜR WASSER (WfW).
WC-Anlage im WfW-Projektgebiet vor Intervention / Lior Etter, WfW

FOLGEN UNZUREICHENDER ABWASSERVERSORGUNG

Gerade in der Regenzeit führen die infrastrukturellen Mängel zu Problemen. Durch mangelhafte sanitäre Anlagen gelangen diverse Erreger über Fäkalien in den Boden und damit ins Grund- und Trinkwasser. Dadurch verbreiten sich wasserbürtige Krankheiten wie Cholera und Typhus.

PROJEKTGEBIET MAPUTO

Ausgangslage

Mit knapp 1.7 Millionen EinwohnerInnen ist die Hauptstadt Maputo die grösste Stadt des Landes. 1.3 Millionen Menschen leben in dichtbesiedelten informellen Siedlungen - Tendenz steigend. Weniger als die Hälfte der Bevölkerung hat sicheren Zugang zu sauberem Trinkwasser und bloss ein kleiner Teil der Stadt ist durch ein Abwassersystem gedeckt.

Die grössten Herausforderungen für die Verbesserung der WASH-Situation in der Stadt sind fehlende finanzielle Mittel sowie limitierte Kapazitäten der lokalen Institutionen.


Bevölkerung Maputo
1.7 Millionen
1.3 Millionen in Bairros

WASH Bairros
60% ohne Zugang zu Trinkwasser
90% ohne Zugang zu sanitären Anlagen


Strassenszene, Maputo, Mosambik. WASSER FÜR WASSER (WfW).

Strassenszene Bairro Aeroporto B, Maputo

Fussball, Maputo, Mosambik. WASSER FÜR WASSER (WfW).

Strassenszene im Bairro Aeroporto B, Maputo

ZIELE

Die ganzheitliche Versorgung mit sanitären Anlagen in schnell wachsenden urbanen Räumen erfordert ein systematisches Vorgehen. Daraus ergeben sich unsere drei Ziele:

1

Der Verbreitung wasserbürtiger Krankheiten wirkungsvoll entgegenwirken


2

Chancenungleichheiten von Frauen und Männern infrastrukturell und durch Sensibilisierungsmassnahmen abbauen


3

Lokale Akteure und Strukturen zielführend unterstützen und verknüpfen, um Parallelstrukturen zu verhindern


MASSNAHMEN

Sensibilisierung, Befragung. WASSER FÜR WASSER (WfW).
Hausbesuch zur Befragung und Sensibilisierung, durchgeführt von Mitglieder einer lokalen Partnerorganisation / Lior Etter, WfW

REGELMÄSSIGE HYGIENESCHULUNGEN

Quartiervereine führen vor, während und nach infrastrukturellen Interventionen systematische Tür-zu-Tür-Hygieneschulungen durch. Neben der Sensibilisierung werden dabei Informationen über die Benutzung der Toiletten und die persönliche Hygiene gesammelt.

Sanitäre Grundversorgung. WASSER FÜR WASSER (WfW).
Bau eines Faultanks / Lior Etter, WfW

SICHERE SANITÄRE GRUNDVERSORGUNG

Lokalen Partnern wird der Aufbau von WC-Anlagen, die an ein geregeltes Abwassermanagementsystem angeschlossen sind, ermöglicht. Das Abwassermanagement beinhaltet die Entnahme und den Transport der Fäkalien zur Aufbereitungsanlage.

Frauen in Maputo. WASSER FÜR WASSER (WfW).
Hausbesuch zur Befragung und Sensibilisierung, durchgeführt von Mitglieder einer lokalen Partnerorganisation / Lior Etter, WfW

LOCAL OWNERSHIP

AnwohnerInnen werden von Anfang an über lokale Partnerorganisationen in den Prozess miteinbezogen. Dies setzt Anreize für einen nachhaltigen Umgang mit der Infrastruktur und übergibt die Verantwortung der lokalen Bevölkerung und den Institutionen.

Menschen in Mosambik. WASSER FÜR WASSER (WfW).

LANGFRISTIGE PARTNERSCHAFTEN

WfW baut langfristige Beziehungen zu lokalen Partnerorganisationen auf und begleitet diese organisatorisch. Aufbauend auf der gemeinsamen Konzeption von Projekten sind sie die Hauptakteure in der Implementierung.

AKTUELLES PROJEKT

WfW UNTERSTÜTZEN

BAU TOILETTE

ICH ERMÖGLICHE DEN BAU VON TOILETTEN

Mit deiner Spende unterstützt du die Projektarbeit Afrika und förderst unter anderem die Siedlungshygiene der ärmsten Bevölkerungsgruppen in Maputo.