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FAQ

Hier findest du die meist gestellten Fragen und Antworten zum Trinkwasser in der Schweiz.


WASSER IN DER SCHWEIZ

Wie steht es um die Qualität des Trinkwassers in der Schweiz?

Leitungswasser ist das meistkontrollierte Lebensmittel der Schweiz. Dank naturnaher Aufbereitung und Verbesserungen im Gewässerschutz weist es eine sehr hohe Qualität auf und ist bedenkenlos trinkbar. Umfassende Informationen zur Trinkwasserqualität der Schweiz und von allen rund 2'500 Wasserversorgern gibt es hier.

Wie wird die Qualität des Leitungswassers gewährleistet?

Für die Versorgung bis zum Haushalt ist der lokale Wasserversorger zuständig. In der Schweiz gibt es über 2'500 Wasserversorger. Diese arbeiten im öffentlichen Auftrag und sind gesetzlich an hohe Qualitätsstandards gebunden. Leitungswasser wird möglichst naturnah, also mit möglichst wenig Eingriffen auf die Zusammensetzung, aufbereitet. So können fast zwei Drittel des Trinkwassers ohne chemische Behandlung abgegeben werden. Andernfalls minimiert die Aufbereitung Spurenstoffe, dass sie weit unter einer gesundheitsgefährdenden Konzentration liegen. Hier findest du genauere Informationen zur Kontrolle der Wasserversorger.

Ist Mineralwasser nicht viel sauberer und gesünder als Hahnenwasser?

Nein. Mineralwasser ist nicht "sauberer" als Leitungswasser. In jedem Wasser, sei es aus der Leitung oder aus der Flasche, befinden sich Spurenstoffe. Die gesetzlichen Vorschriften für Leitungswasser sind sogar strenger als diejenigen von Mineralwasser. Nur rund die Hälfte der handelsüblichen Mineralwasser enthalten signifikant mehr Mineralien als Leitungswasser. Ausserdem kann der menschliche Körper nur eine bestimmte Menge an Mineralien aufnehmen, die meisten durch feste Lebensmittel. Folglich bringt Wasser mit hohem Mineraliengehalt unter Umständen keinen Mehrwert.

Wie umweltfreundlich ist Leitungswasser im Vergleich zu Mineralwasser?

Leitungswasser ist das umweltfreundlichste Lebensmittel überhaupt. Die systematische Versorgung über ein Leitungsnetz lässt Leitungswasser im Vergleich zu Schweizer Flaschenwasser rund 500-600-mal, im Vergleich zu importiertem Flaschenwasser aus der EU rund 1000-mal besser abschneiden. Umgerechnet spart so jeder Liter Leitungswasser, der anstelle von Flaschenwasser aus der Schweiz getrunken wird, die Umweltbelastung einer 2-3 Kilometer langen Autofahrt ein. Bei Leitungswasser erfordern lediglich die Aufbereitung und die Verteilung Energie. Dies vor allem, wenn das Wasser gefiltert oder aus dem Grund hochgepumpt werden muss. Quellwasser ist deshalb meist das umweltfreundlichste Wasser, da es keine zivilisatorischen Verunreinigungen aufweist und durch seine erhöhte Lage selber Druck aufbaut.

Was sind die Vorteile von Mehrweglaschen und Karaffen aus Glas oder Edelstahl?

Die chemischen Zusammensetzungen von Glas und Edelstahl sind im Gegensatz zu anderen Verpackungsmaterialien bekannt. Beide Stoffe sind dicht: weder dringen Stoffe durch Glas und Metall durch, noch vermischen sich diese Materialien mit dem Inhalt. Anders als bei Plastik werden so keine Partikel aus dem Behälter in den Inhalt übertragen. Glas und Edelstahl werden aus natürlichen Stoffen gewonnen. Deshalb nimmt die Natur Abbauprodukte wesentlich besser auf. Ausserdem wird die Nahrungskette nicht gestört, da Tiere das anorganische Material erkennen und nicht essen. Dies ist bei Plastik nicht der Fall. Hier holst du dir deine Mehrwegflasche.

Wie umweltfreundlich sind Glas und Edelstahl im Vergleich zu PET-Flaschen?

Die Herstellung von Glas und Edelstahl ist energieintensiv. Deshalb können nur Mehrwegflaschen als umweltfreundlich eingestuft werden. Bei Vergleichstests geht man oft von einer Wiederverwendungsrate von 25-50-mal aus, wobei in diesem Fall PET-Flaschen ökologisch gut abschneiden. Für Flaschen und Karaffen, die über Jahre verwendet werden, treffen derartige Vergleiche nicht zu. Diese Art der Verwendung ist mit Abstand die umweltfreundlichste, da wiederkehrende Aufwände, Transporte und Abfälle komplett entfallen. Konventionelle Einweg-Plastikflaschen sind nur bei einer extrem hohen Recyclingrate energieeffizient: Die Schweiz weist mit rund 80% recyceltem PET einen internationalen Spitzenwert auf. Dies bedeutet allerdings immer noch, dass jährlich 300 Millionen Flaschen nicht recycelt werden. Recycling ist 74% umweltfreundlicher als die Verbrennung von Plastik, die einzig nachhaltige Lösung ist aber der Verzicht auf Einweg-Plastik.

Wie wichtig ist der Leitungswasserkonsum für den Umweltschutz?

Gesamthaft liesse sich bei ausschliesslichem Leitungswasserkonsum ca. 0.5% der Schweizer Pro-Kopf-Umweltbelastung einsparen. Trotz dieser auf den ersten Blick kleinen Auswirkung sprechen zwei Gründe besonders für die Wasserthematik. Erstens: Dass bestes Leitungswasser jederzeit aus unseren Hahnen fliesst, macht das Trinken von Markenwasser besonders unnötig. Bei keinem anderen Lebensmittel ist ein derartiges Substitut zugänglich, weshalb der Leitungswasserkonsum eine der einfachsten Methoden ist, im Alltag nachhaltig zu agieren. Zweitens lassen sich anhand des Wasserkonsums verschiedene Themen besonders effektiv sichtbar machen: vom verantwortungsbewussten Handeln im Alltag bis hin zu globalen Ungleichheiten des Wasserzugangs. Das Trinken von Leitungswasser, gekoppelt an eine entsprechende Kommunikation, kann als Initiator und Katalysator für Umweltschutz-Aktivitäten wirken, die einen vergleichsweise grösseren Einfluss leisten.

Wie nachhaltig ist die Versorgung mit Leitungswasser hinsichtlich der natürlichen Vorkommen von Wasser?

Die Schweiz verfügt über reichliche Wasservorkommen, die durch Niederschläge ständig erneuert werden. Die durchschnittliche jährliche Niederschlagsmenge in der Schweiz beträgt rund 60 Milliarden Kubikmeter. Nur gerade 1.5% davon werden für Trinkwasser genutzt. Ein wesentlicher Anteil des Wassers, das im Gewerbe, in der Landwirtschaft und der Industrie genutzt wird, stammt nicht von den öffentlichen Wasserversorgungen, sondern aus zugelassenen Eigenförderungen. Dies sind rund 2% des jährlichen Niederschlags. Trotz dieser nachhaltigen Nutzung kann es im Wasserschloss Schweiz zu regional und saisonal bedingter Knappheit kommen. Der Klimawandel wird diese Tendenz zunehmend verschärfen. Um weiterhin eine ganzjährig sichere Versorgung zu gewährleisten, bedarf es infrastruktureller Investitionen und einer verbesserten Vernetzung der Wasserversorger.

Kann ich einfach mein PET-Fläschli mehrmals verwenden?

Die Eigenschaften von PET sind nicht auf eine mehrfache Verwendung ausgerichtet. Deshalb können verschiedene Nachteile entstehen, wenn man eine Plastikflasche wiederauffüllt. Der Hauptgrund: Plastik ist nicht dicht. Teile der Verpackung gelangen in den Inhalt, je mehr man die Flasche verwendet. Dass Plastik einen Austausch mit dem Inhalt eingeht, ist unbestritten: Trinkt ein Mensch ein Jahr lang Wasser nur aus PET-Flaschen, "verspeist" er jährlich eine ganze PET-Flasche. Der Stoff, den man am meisten wahrnimmt, ist Acetaldehyd, eine farblose Flüssigkeit mit stechendem Geruch, die in PET vorkommt. Dieser Stoff lässt sich manchmal aus PET-Flaschen herausschmecken. Umstritten ist die gesundheitliche Gefährdung, die davon ausgeht. Langzeitfolgen sind derzeit noch nicht abzusehen. Deshalb am besten Plastikflaschen vermeiden und hier eine Glas- oder Edelstahlflasche besorgen.

Was geschieht mit dem Menschen, wenn er Mikroplastik einnimmt?

Mikroplastik befindet sich nachweislich in vielen Lebensmitteln, Kosmetika, im Boden, in der Luft und sogar im Eis an den Polkappen. Wir sind also ständig daran ausgesetzt. Wenig überraschend konnte Mikroplastik bereits im menschlichen Körper nachgewiesen werden. Problematisch für den Körper und die Umwelt ist vor allem, dass der synthetisch gewonnene Plastik kaum zersetzt bzw. umgeformt, sondern nur verkleinert wird. Welche langfristigen Auswirkungen Mikroplastik auf die Gesundheit hat, ist bisher allerdings schwer einzuschätzen. Weitere Informationen zu Mikroplastik in der Umwelt gibt es hier.

Wer bringt mir das Leitungswasser?

Die Wasserversorgung gehört zu den traditionellen Tätigkeitsgebieten der öffentlichen Hand. In der Regel sind es die politischen Gemeinden, welche die Wasserversorgung betreiben. Die Wasserversorger gewährleisten einwandfreie Qualität von der Fassung bis an den Haushalt. Innerhalb des Haushalts ist der Besitzer oder Vermieter verantwortlich. Schweizweit gibt es über 2'500 Wasserversorger. Der Schweizerische Verein des Gas- und Wasserfachs (SVGW) reguliert Rahmenbedingungen, bündelt und verteilt Wissen und repräsentiert die Interessen der Wasserversorger. Die Anzahl MitarbeiterInnen entspricht 3'100 Vollzeitäquivalenten. Umfassende Infos zu einzelnen Gemeinden und deren Wasserversorgung gibt es hier.

Mit welchen Herausforderungen sieht sich die Wasserversorgung konfrontiert?

Leider muss festgestellt werden, dass die Wasserversorger sich in zunehmendem Masse mit Nutzungskonflikten auseinandersetzen müssen. Dabei spielt der Siedlungsdruck die grösste Rolle. Ein weiterer Konfliktsektor ist die Landwirtschaft. Der knappe Raum wird oft nicht für die notwendigen Schutzzonen, sondern für Immobilien und Infrastrukturprojekte genutzt. Dies ist für viele Gemeinden, zumindest kurzfristig, lukrativer. Trotz ihrem elementaren und ausgezeichneten Service erhalten Wasserversorger in Nutzungskonflikten oft nicht die Priorität, die ihnen im Interesse der Öffentlichkeit zukommt. Politische Prozesse im Siedlungsbau und der Agrarwirtschaft müssen dahingehend reguliert werden, dass der Schutz der Trinkwasserressourcen wieder vermehrt in den Fokus rückt.

Welche Spurenstoffe gibt es im Leitungswasser und wie ist ihr Risiko einzuschätzen?

Spurenstoffe können ganz unterschiedlicher Art sein und treten je nach Ort (Landwirtschafts-, Siedlungs- oder Industriezone) und Zeit in unterschiedlich hohen Konzentrationen auf. Die momentan meistbeobachteten und potenziell risikoreichsten Spurenstoffe sind Nitrat, Pestizide und antibiotikaresistente Bakterien. Grenzwertüberschreitungen finden sich insbesondere in Gebieten intensiver Landwirtschaft oder rund um Siedlungen. Für Trinkwasser nach der Aufbereitung besteht kein Risiko von gesundheitsschädlichen Konzentrationen. In den letzten Jahren findet man mehr Spurenstoffe, da die Messgeräte besser wurden. Dies ist kein Nach-, sondern ein enormer Vorteil. Trinkwasser ist in den letzten Jahren auch aufgrund der verbesserten Messgeräte und des differenzierteren Bildes der Spurenstoffe besser und nicht schlechter geworden. Mehr Informationen zu den Spurenstoffen findest du hier.

Welche gesellschaftlichen Mehrwerte bietet Leitungswasser?

Die Prinzipien, unter denen die Leitungswasserversorgung funktioniert, gewährleisten hohe Trinkwasserqualität bei tiefen Wasserpreisen. Dies ist wichtig, da ein sicherer Zugang zu Wasser nicht einfach vorhandene, funktionierende Infrastruktur bedeutet. Zugang ist erst dann gewährleistet, wenn sich alle den Service leisten können. Durch diese Prinzipien ist die Versorgung mit Leitungswasser sozial inklusiv und schafft die Grundlage für Chancengleichheit.

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